Bardenhagen-Gruppe

Zart aber zäh

Wer die Stufen des Containerbüros in der Industriestraße erklimmt, kommt an ihr nicht vorbei. Und das nicht nur, weil Kirsten Elfers am Empfang der Horneburger Zentrale sitzt. Die zierlich sportliche Mittvierzigerin ist eine Institution. Schließlich begleitet sie die Geschäfte der Firma Bardenhagen seit nunmehr einem Vierteljahrhundert.

Gepflegt, freundlich, hilfsbereit. Und immer hellwach. Zwischen ihren zahlreichen männlichen Kollegen im Blaumann wirkt Kirsten Elfers beinahe zerbrechlich. Als Fräulein Rademacher trat die frisch ausgebildete Bürokauffrau 1989 ihre erste Stelle bei Inge und Helmut Bardenhagen an. "Das ist es!" wusste sie gleich nach ihrem Vorstellungsgespräch. Es sei einfach eine "Herzensentscheidung" gewesen. Obwohl der Weg von ihrem Wohnort Brobergen deutlich weiter war als zu anderen möglichen Arbeitgebern, stieg die 19-Jährige mit Bestnoten in Maschinenschreiben und Stenographie als erste Bürokraft in das junge Handwerksunternehmen in Horneburg ein.

Von ihrem damaligen Bürofenster in einem Wohnhaus in der Horneburger Hafenstraße schaute sie geradewegs auf einen Misthaufen. Von dort winkte ihr der Jungbauer gelegentlich herauf, erinnert sich Elfers schmunzelnd. Unkompliziert und familiär ging es im Unternehmen zu. Da hieß es im Sommer schon mal "Kirsten, Eis holen!", wenn der Eiswagen nahte. Oder der Chef drückte ihr seinen Autoschlüssel in die Hand und schickte sie zum Tanken oder auf Botengänge nach Buxtehude. Auch an die uralte Couch in der Hafenstraße denkt sie noch manchmal: "Die war so ausgeleiert, dass wir fast auf dem Boden saßen, wenn gemeinsam gefrühstückt wurde."

Viele Jahre arbeitete das 3er-Team Hand in Hand. Der Handwerksbetrieb entwickelte sich zu einem mittelständischen Unternehmen und die Anforderungen an Kirsten Elfers wuchsen. Den epochalen Übergang ins Computerzeitalter bewältigte sie ohne Schulungen. "Word und Excel – das wir haben uns alles selber beigebracht", erzählt sie.

Mit Heirat, Hausbau und der Geburt ihres ersten Sohnes verändert sich ihr Leben. Die junge Mutter arbeitet in Teilzeit weiter, bis sich 1999 Zwillinge ankündigen. Nach drei Jahren Elternzeit kehrt sie in ihre geliebte Firma zurück. Ein "tiefer und schmerzlicher Einschnitt" sei nach mehr als 20 gemeinsamen Jahren mit dem Ehepaar Bardenhagen der Firmenverkauf im Jahr 2011 gewesen. Bis heute ist Kirsten Elfers mit ihren ehemaligen Arbeitgebern gut befreundet.

Seit einigen Jahren verantwortet die routinierte Bürokauffrau die Rechnungslegung. Eine vertrauensvolle Aufgabe, die kompetent nur erledigen kann, wer das Firmengeschäft so in- und auswendig kennt wie Kirsten Elfers.  Sie sei eine notorische "Ja-Sagerin", sagt die altgediente Angestellte über sich. Freilich im besten Sinne. Immer hat sie ein offenes Ohr für Fragen von Kollegen, allzeit ist sie bereit, Ratschläge zu geben oder einzuspringen wo Hilfe Not tut. Sie sei "halt schon am längsten da." Das wissen, das schätzen und nutzen nicht nur ihre 73 Kollegen am Standort Horneburg. Auch zahlreiche Kunden kennt Kirsten Elfers "einfach schon ewig".  Leider nur vom Telefon, bedauert sie, denn die menschlichen Kontakte – ob schriftlich oder mündlich – mag sie an ihrem Job am meisten.

Ist die Halbtagsschicht bei Bardenhagen geschafft, eilt die begeisterte Köchin und Bäckerin nach Hause zu ihrem Zweitjob als Familienmanagerin. Und weil sie es gerne ordentlich und sauber mag in Haus und Garten – geht ihr die Arbeit auch dort nie aus. Am Wochenende "findet man uns auf dem Sportplatz ", erzählt die Soccer-Mom. "Wir sind eine fußballverrückte Familie." Ihre "Jungs" brauchen eben immer "action", selbst im verdienten Türkei-Urlaub. "Das ist eigentlich die schönste Zeit im Jahr für mich", sagt Kirsten Elfers, "weil ich da nicht frieren muß".  Sich selbst hält sich mit Aqua-Power und Step-Aerobic fit. Fragt sich nur, wo die aktive Sportschützin noch die Energie hernimmt, um  sich als Pressewartin und Jugendleiterin im Schützenverein ihres Dorfes zu engagieren. Und vor allem: um dann von Montag bis Mittwoch wieder ihre Frau bei Bardenhagen zu stehen. Freundlich, kompetent und hilfsbereit. Wie man sie halt kennt.

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