Bardenhagen-Gruppe

Hochdruck Blasenabsperrung

Ein Line Stop ist geeignet für Rohrabsperrungen auch in hohen Temperatur- und Druckbereichen, erfordert aber auch einen vergleichsweise hohen Aufwand – Fittings müssen aufgeschweißt werden, die über den Durchmesser der abzusperrenden Leitung hinausgehen, denn die Rohrleitung muss über den gesamten Durchmesser angebohrt werden, sonst kann der Stopfen, der die Rohrleitung absperren muss, nicht eingeführt werden – dieser muss ja zwangsläufig so breit sein, dass er an der Innenwand der Rohrleitung anliegt und den Medienfluss stoppt.

Auch die Hot Tap Maschine, die für das Anbohren der Leitung und das folgende Setzen des Stopfens genutzt wird, benötigt vergleichsweise viel Platz. Und je größer der Durchmesser der Leitung, desto aufwendiger die Vorbereitungen – bei größeren Nennweiten ist auch die Fertigung der passenden Stopfen eine technische Herausforderung.

Eine alternative Lösung, die im Vergleich zum herkömmlichen Line Stop Kosten und Zeit spart, hat sich durch Fortschritte in der Technologie in den letzten Jahren mittlerweile fest etabliert: Die Absperrung von Rohrleitungen mit Hochdruck-Absperrblasen aus ballistischem Nylon.

Hochdruck-Absperrblasen aus ballistischem Nylon

Eine Blasenabsperrung ist eine Technologie, die die sichere Absperrung von Rohrleitungssystemen im laufenden Betrieb ermöglicht, ohne die hohen Kosten sowie die vergleichsweise lange Vorbereitungszeit des Line Stop Verfahrens. Die Blasenabsperrung, bei der eine Rohrleitung genau wie beim Line Stop im laufenden Betrieb angebohrt wird, kann sicher angewandt werden bei Betriebstemperaturen bis zu 110°C, ohne dass das Hochleistungsmaterial, aus dem Absperrblasen gefertigt werden, angegriffen wird. Der maximal zulässige Betriebsdruck für eine Blasenabsperrung variiert je nach Nennweite der abzusperrenden Rohrleitung, von 12,0 bar bei DN 80 über 3,0 bar bei DN 800 bis zu 1,0 bar bei DN 1.200.

Auch wenn Druck- und Temperaturgrenzen nicht mit dem herkömmlichen Line Stop mithalten können, bietet eine Blasenabsperrung 2 wichtige Vorteile:

  • Die Nylon-Hochdruck-Absperrblase, die den Medienfluss unterbricht, wird in zusammengefaltetem Zustand in das Rohrleitungssystem eingeführt und erst dann zu ihrer vollen Größe aufgeblasen. Somit ist der Durchmesser der für eine Blasenabsperrung nötigen Anbohrung kleiner als bei einem Line Stop, bei der der einzuführende Stopfen dem Innendurchmesser der Leitung entsprechen muss. Durch die kleinere Bohrung sind die Vorbereitungen für eine Blasenabsperrung weniger aufwendig und der Platzbedarf der nötigen Maschinen entsprechend kleiner. Schon kurze Rohrabschnitte genügen für die Durchführung einer Blasenabsperrung.
  • Ein vorgefertigter Stopfen für einen Line Stop ist immer rund. Er kann daher Ovalitäten der abzusperrenden Rohrleitung oder Verkrustungen im Innenbereich nur in begrenztem Maß ausgleichen. Bei einer Blasenabsperrung passt sich die Absperrblase hingegen beim Aufblasen perfekt an die inneren Konturen des Rohres an – egal ob es rund oder oval ist, Dreckablagerungen oder sogar vergessene Metallteile umfasst.

Eine häufige Anwendung der Blasenabsperrung ist der Austausch von alten Armaturen in den Kühlwassersystemen von Industriestandorten, die zum Teil seit Jahren nicht ausgetauscht und überholt wurden, weil sich einzelne Anlagen nicht vom Kreislauf abtrennen ließen und eine Stillegung des gesamten Kühlkreislaufes nicht möglich war. Die großen Durchmesser der Kühlwasserleitungen machen einen Line Stop oder eine Rohrfrostung unwirtschaftlich, während eine Blasenabsperrung hier vergleichsweise schnell und kostengünstig die Möglichkeit bietet, alte, defekte Absperrarmaturen auszutauschen.

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