Siemens Energy Deutschland ist schon seit einigen Jahren Stammkunde von Bardenhagen, und so wurde eine Anfrage der polnischen Siemens Energy -Gesellschaft vor einigen Wochen auf Empfehlung der deutschen Kollegen aus Görlitz an die Bardenhagen-Niederlassung Schwedt/Oder weitergeleitet:
In einem neuerrichteten Gas- und Dampfkraftwerk in Polen wurde während der Inbetriebsetzung eine Leckage am Vakuumteil des Turbinenabdampfgehäuses entdeckt. Um den Wirkungsgrad der Turbine möglichst hoch zu halten, werden die Spaltmaße generell sehr klein gehalten, weniger als 1mm, was sowohl eine Detektion der tatsächlichen Leckage wie auch eine Abdichtung sehr erschwert.
Beim umgehend durchgeführten Heliumlecktest wurde die undichte Stelle auf der oberen Deckelhälfte des Turbinengehäuses verortet – eine gute Nachricht im Hinblick auf eine mögliche Leckabdichtung, denn somit konnten dort Injektionsbohrungen mit einem definierten Winkel von 45° angebracht werden, um den Hohlraum zwischen Wellendichtung und Gehäuse zu erreichen.
Damit die Injektionsadapter genau im richtigen Winkel und vor allem auch direkt in die umlaufende Nut eingeschraubt werden konnten, wurden vorab durch Siemens in Absprache mit Bardenhagen Führungshülsen am oberen Abdampfgehäuseteil aufgeschweißt. Störelemente wie angeschlossene Dampfleitungen und Gehäuseteile wurden vorher demontiert, um ausreichend Platz für den Injektionskolben, Injektionsadapter und die weitere nötige Ausrüstung zu schaffen.
Ein weiteres Problem für die erfolgreiche Abdichtung war der begrenzte Zugang von außen: Das einzuspritzende Leckabdichtungscompound konnte nur vom Abdampfgehäuseoberteil her eingespritzt werden, musste aber trotzdem durch die gesamte umlaufende Nut fließen, um diese abzudichten und sollte auf gar keinen Fall unkontrolliert ins Innere des Turbinengehäuses austreten.
Nach intensiven technischen Diskussionen mit den Siemens Energy Ingenieuren wurde das besonders fließfähige Bardenhagen Compound BC 05 ausgewählt, und man einigte sich auf einen optimalen Einspritzdruck von 35 bar.
Während der eigentlichen Leckabdichtung, die 2 Bardenhagen-Techniker aus Schwedt in Siechnice bei Breslau in Polen durchführten, wurde über eine Inspektionsluke mittels Boroskop geprüft, ob Abdichtcompound ins Innere des Turbinengehäuses floss – dabei zeigte sich, dass nur ein dünner „Film“ von Abdichtcompound gleichmäßig um die Nut herum zu sehen war – genau so, wie es in der Projektplanung vorgesehen war, so dass die Beteiligten davon ausgehen konnten, dass alles so funktioniert hatte, wie im Vorfeld besprochen.
Der spätere Testlauf mit wiederholten Helium Lecktest hat dann den Erfolg bestätigt und die Maschine konnte von Siemens Energy an den Kunden übergeben werden.




















